Defend Europe – Zwischen Häme und Sorge

Unter dem Motto „Defend Europe“ hat sich, so scheint es, die Identitäre Bewegung zur Lachnummer entwickelt. Die Aktion sollte Menschen im Mittelmeer aufgreifen und sie wieder nach Afrika zurückdrängen. So sah der Plan einer Gruppe von Identitären aus, einer Bewegung aus dem rechten Spektrum. Doch die Aktion ging nach hinten los. Der Kapitän des Schiffes sitzt, nach medialen Informationen, in Haft wegen Menschenschmuggels und die tamilische Crew des Schiffes hat Asyl beantragt (siehe hierzu: NZZ; DW; FAZ) .

Nun ist die Häme berechtigterweise groß. Doch neben all der Häme geht etwas unter und zwar das es einer rechtsextremen (internationalen) Gruppierung gelungen ist in kurzer Zeit große Geldbeträge (innerhalb von drei Wochen ca. 63.000 Euro und zum Schluss sollen es ca. 125.000 Euro gewesen sein) für ein solches moralisch fragwürdiges Projekt zu sammeln.

Die Gesellschaft sollte sich daher vermehrt fragen, woher kommt das Geld für solche Unternehmungen? Wer steht hinter den Geldflüssen? Welche Privatpersonen sowie Firmen unterstützen diese Projekte? Einen Teil der aktiven Akteure (wie den Kapitän des Schiffes oder aber den Bootsverleiher) hat man bereits benennen können aber die eigentlichen Geldgeber_innen des Crowdfundings sind die Menschen die man offenbaren müsste, um mit ihnen in eine offene Diskussion eintreten zu können. Es müsste begonnen werden zu verstehen wieso Menschen ihr Geld, ihr Vermögen für solche Projekte einsetzen und wie man diese Menschen in eine menschlichere offene Gesellschaft reintegrieren kann, denn wer solche Projekte unterstützt macht seine Positionen im Bezug auf unsere Grundwerte mehr als deutlich.

Weniger Häme, mehr Recherche wäre sicherlich angebracht und zielführender.

Zu glauben das die Identitäre Bewegung nach diesem Misserfolg aufhören würde, ist naiv. Gerade jetzt ist es sinnvoll noch stärker gegen diese menschenverachtende Bewegung zu arbeiten und ihre Widersprüche öffentlich sichtbar zu machen. Nur so ist es möglich die Strukturen, die bisher diese menschenverachtende Bewegung stützen, nach und nach abzubauen.

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